Krake Paul hat seine Weisheit einsam gemacht. Kaum einer in Deutschland mag ihn noch. Und das nur, weil das Kraken-Orakel keinen einzigen Fehler gemacht hat; im Gegenteil:Der Octopus ist bis jetzt verlässlicher als die Wettervorhersage. Seine prophetischen Kräfte jedoch haben einen hohen Preis: Im Internet wird zum Mord an Krake Paul aufgerufen, entsprechende Gruppen lassen sich bei Facebook finden. Die Tierschutzorganisation hat schon vor der fatalen Bewahrheitung der Vorhersage gefordert, Krake Paul freizulassen. Ab Montag will man in Oberhausen darüber entscheiden.
Anders sieht es in Spanien aus: Dort liebt man den Tintenfisch und möchte ihn schützen. So berichtet Welt Online, dass der spanische Ministerpräsident Rodríguez Zapatero Krake Paul ein Leibwächter-Team schicken wolle. Und die spanische Umweltministerin Elena Espinosa möchte sogar Artenschutz für das Kraken-Orakel beantragen.
Wenn das so weitergeht mischt sich ins attraktive Bild, das die deutsche Nationalmannschaft mit ihren erfrischenden Leistungen und ihrem Esprit von Deutschland vermittelt allmählich noch eine bittere Komponente: Nämlich die des schlechten Verlierers. Krake Paul hat nur die Wahrheit “gesagt” – etwas, das sich die Deutschen von ganz anderen Persönlichkeiten sonst durchaus wünschten.
Doch Krake Paul erfährt gerade, was es bedeutet, unpopuläre Wahrheiten auszusprechen: An der Spitze ist es einsam. Schön wäre es da, wenn sich die Deutschen auch als gute Verlierer zeigen würden. Zum Beispiel so wie die deutsche Nationalmannschaft und Trainer Jogi Löw.















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