Die 2. Staffel Spartacus „Vengeance“ startete letzte Woche auf MyVideo. Dabei handelt es sich um die Geschichte eines römischen Sklaven und Gladiators, der maßgeblich beteiligt war am Sklavenaufstand im Römischen Reich. Doch wie stark orientiert sich der US-Sender Starz mit dieser erfolgreichen Gladiatoren-Serie eigentlich an den geschichtlich belegten Tatsachen und Fakten?
Spartakus ist der eingedeutschte Name des Sklaven Spartacus, von dem bekannt ist, dass er 71 v. Chr. starb und eine wichtige historische Figur in der Römischen Republik der Antike darstellte. In der ersten Staffel Spartacus „Blood and Sand“ wird die Geschichte erzählt, Spartacus wäre Thrakier. Dieser wurde dann gefangen genommen und als Gladiator in Capua gekauft, um in der Gladiatorenschule Gnaeus Cornelius Lentulus Batiatus zu kämpfen. Dies ist soweit historisch belegt und ist Teil der Serie, jedoch ist seine Abstammung aus Thrakien nur eine Vermutung. Als Thrakier wurden allerdings damals auch einfach leicht bewaffnete Gladiatoren bezeichnet – was wiederum durchaus den Tatsachen der Serie entspricht. Schließlich handelt es sich meist um leichte Kettenhemden und Einhandwaffen, mit denen auch in Spartacus gekämpft wurde.
Spartakus war ein kultivierter Mann
Der griechische Historiker Plutarch soll geschrieben haben, dass Spartakus über einen starken Geist verfügte und sehr intelligent war, was für einen Sklaven damals sehr ungewöhnlich war, seine Vorreiterrolle in dieser Geschichte aber untermauert. So scheint es durchaus realistisch, dass er die anderen Gladiatoren um sich herum versammelte, um eine Rebellion gegen das Haus des Batiatus durchzuführen, wie zum Finale der 1. Staffel. In der 2. Staffel „Vengeance“ wird dann die Zeit nach dem Ausbruch beschrieben, die als dritter Sklavenkrieg (73-71 v. Chr.), oder auch als Spartakus-Aufstand in die Geschichtsbücher einging. Andere Sklavenführer waren tatsächlich Crixus und Oenomaus, letzter in der TV-Serie besser bekannt als Drago, der als Spitzname so aber nicht überliefert ist. Es stimmt jedoch, dass sie zahlreiche römische Legionen dezimierten und Zuflucht am Vesuv fanden, während der Unterschlupf in der Kanalisation Capuas eine Mutmaßung ist. Bei weiteren militärischen Kämpfen machten sich Spartakus Männer auf, die Römer auch in Süd- und Oberitalien zu schlagen. Immer mehr römische Legionen und Militärführer wurden mittlerweile auf Spartakus aufmerksam und Rom schickte zwei prätorianische Armeen um alle Sklaven zu vernichten. Dies wird in der 2. Staffel durch einen entscheidenden Kampf gegen Praetor Glaber thematisiert. Der echte Spartakus hat dank seiner kämpferischen Erfolge durch diese Kämpfe seine Sklavenarmee um über 30.000 Mitstreiter vergrößern können und wurde immer mehr zur Bedrohung Roms.
Die Letzte Schlacht und Spartacus Tod
Die dritte Staffel von Spartacus „War of the Damned“, die bereits Angekündigt wurde, behandelt nun den großen Endkampf gegen den Heeresführer und Strategen Crassus. In Wirklichkeit handelte es sich um viele kleine Schlachten und mehrere Belagerungen, bei denen Spartakus immer mehr zurückgedrängt wurde, die zu Gunsten einer packenden Story jedoch zu einem Showdown vereint wurden. Das Finale wird die historische Entscheidungsschlacht an der alten römischen Straße Via Appia thematisieren. Wie dieser Kampf endet, das ist übrigens auch geschichtlich überliefert, wird hier jetzt aber nicht verraten. Die groben historischen Fakten zwischen Spartacus und Spartakus stimmen jedenfalls und mit über 30 antiken Schriftstellern, die über Spartakus schrieben, ist auch einiges über ihn bekannt und überliefert. Die einzelnen Erzählstrukturen sind allerdings eher Vermutungen und natürlich in Hollywood-Manier dramaturgisch verdichtet und verfeinert. Aber wer will es ihnen verübeln? Die Geschichte um den ehemaligen Sklaven im Aufstieg zum Heerführer ist einfach eine geniale Vorlage und die Serie um den historischen Spartakus ganz großes Serien-Kino.















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